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Energetische Fassadenrevitalisierung Immanuel-Kant-Gymnasium

  • Standort: Heiligenhaus, Herzogstraße
  • Gesamtfläche I.+II. Bauabschnitt: 2.400 m²
  • Gesamtkosten I.+II. Bauabschnitt: 400.000 €
  • Projekt-PDF: >>Download (33MB)
Projektbeschreibung

Architektonisches Konzept – Der Entwurfsgedanke der Fassadensanierung stellt die Nutzung durch junge Leute in den Vordergrund und kann als eine Projektion für die Zukunft verstanden werden, in der das Experiment immer gegenwärtig sein sollte. Die Fassade ist die Haut eines Gebäudes, ein Zeichen und prägt so den öffentlichen Raum. Es wurde ein Geflecht von vielfältigen Beziehungen und Sichtbezügen zwischen den Baukörpern und den Fassaden mit unterschiedlichen Farbmustern entwickelt. Das komplexe Spiel zwischen Innen und Außen wird durch die städtebauliche Gebäudeanordnung zu den Höfen verdeutlicht. Unterschiedliche Fassadenmuster verstärken die Raumbildung der Höfe.
Ökologie und Ökonomie – Die gebrannten Tonziegelplatten als neues Fassadenmaterial wurden aufgrund von technischen und wirtschaftlichen Überlegungen und Recherchen ausgewählt. Die Fassade, vorgehängt und hinterlüftet aus Tonziegelplatten, entspricht mit der neuen Wärmedämmung den Forderungen der geltenden EnVO. Die Luftdichtigkeit an den vorhandenen Fenstern konnte durch abdichtende Maßnahmen hergestellt werden. Durch diese energieeinsparende Maßnahme wird der Heizenergiebedarf sich wesentlich reduzieren. Folge- bzw. Instandhaltungskosten werden keine erwartet, da das Material ein gebranntes Naturprodukt ist, das ähnlich einem Ziegelstein keine besondere Wartung benötigt. Bei Beschädigungen und Reparaturen sind die Platten einzeln austauschbar, ohne dass die Fassade im ganzen beschädigt wird oder Nachbesserungen benötigt.
Erneuerung – Aus Kostengründen konnte nur die bestehende hinterlüftete Cortenstahlfassade erneuert werden. Ziel war es dennoch ein Gesamtkonzept zu
realisieren ohne die vorhandenen noch funktionsfähigen Bauteile wie Sockel, Fenster, Sonnenschutz zu erneuen. Die Fassadenerneuerung aufgrund der notwendigen Instandsetzung des desolaten bautechnischen Zustands der ursprünglichen Fassade unter dem Aspekt der Energieeinsparung als auch der notwendigen Instandsetzung des baulichen Zustandes, soll mit der Fertigstellung dieses Baukörpers das Ensemble, sowohl in technischer als auch in ästhetischer Hinsicht im Sinne eines Gesamtkonzeptes, vervollständigt werden.
Fassadenkonzept – Das Material für die neue Fassade besteht aus Tonziegelplatten in insgesamt sechs Farben, die in unterschiedlichen Kombinationen zu Ornamenten zusammengefügt wurden. Das Farbspektrum wurde in den Grundprinzipien an die farblich changierende Oberfläche des Cortenstahls angelehnt. Für die unterschiedlichen Gebäudefunktionen wurden verschiedene Pattern gewählt. Die Aula, der Musiksaal und die Turnhalle, eher den künstlerischen Disziplinen verpflichtet, wurden durch eine Mosaikstruktur als Solitäre hervorgehoben. Die zweifarbige Bandstruktur der Gebäude, in denen sich die Klassenräume befinden, soll den mehr rationalen Charakter der Nutzung mit ihrer linearen Struktur betonen. Das Detail der Ecklösung ist bestimmend für das Entwurfskonzept. Das jeweilige Ornament der Fassade greift immer um die Ecke in die Fläche der anderen Fassade, so dass die vorgehängte Fassade ein umgreifendes Bild erzeugt und gleichzeitig die Baukörperform irritiert. Durch die vorgegebene Palette der Farben und Formen ist bei allem gestalterischen Variantenreichtum ein einheitliches Gestaltungsprinzip entstanden – die Einheit in der Vielfalt. Bei aller Strenge des Gestaltungsprinzips entsteht eine heitere Leichtigkeit.
Planung im Detail – Das Fassadenkonstruktionssystem ist ein technisch abgestimmtes System von Ziegelplatten und Unterkonstruktion (hinterlüftete Fassade). Die Wärmedämmung wird auf die bestehende Fassade angebracht, die gebrannten Tonziegelplatten im Format 45 cm x 22,5 cm werden an eine
Aluminiumunterkonstruktion eingehängt. Durch die ausgereifte technische Detailplanung des F-Systems konnten die Anschlußpunkte – Fensterleibung, Dachanschluß,
Innenecken – mit den Metallanschlußdetails in der für die architektonische Idee wichtigen „Unsichtbarkeit“ gelöst werden. Die Konzentration auf die Gestaltung des Ornaments, der Fläche und der umgreifenden Ecke steht im Vordergrund.